Der Dezember verwandelt den Nachthimmel in eine Bühne für himmlische Darbietungen, insbesondere durch die jährlich wiederkehrenden Meteorströme der Geminiden und Ursiden. Astronomie-Enthusiasten dürfen sich auf magische Momente freuen, denn die Bedingungen für die Beobachtung dieser leuchtenden Phänomene sind in diesem Jahr besonders günstig. Dr. Mariana Wagner vom Planetarium Hamburg gibt Einblicke, was Himmelsbeobachter in diesem festlichen Monat erwarten können.
Ähnlich wie der August für die Perseiden steht, ist der Dezember unter Sternenbegeisterten als der Monat der Geminiden bekannt, der reichste Meteorstrom des Jahres. Zwischen dem 7. und 17. Dezember durchquert die Erde die Bahn des Asteroiden Phaeton, der dabei kosmische Partikel zurücklässt. Diese winzigen Staubkörner treten mit hoher Geschwindigkeit in unsere Atmosphäre ein und verglühen etwa 80 bis 100 Kilometer über unseren Köpfen, wodurch sie als leuchtende Sternschnuppen sichtbar werden.
Im letzten Jahr beeinträchtigte das helle Licht des Vollmonds die Sicht auf das Maximum der Geminiden. Doch in diesem Jahr sind die Aussichten wesentlich besser: In der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember erhellt lediglich eine zarte, abnehmende Mondsichel den Himmel. Mit etwas Wetterglück können sich Beobachter auf bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde freuen – ein wahrhaft spektakulärer Anblick, der perfekt auf den dritten Advent einstimmt. Um die beste Sicht zu gewährleisten, ist Geduld gefragt. Die Augen benötigen etwa eine halbe Stunde, um sich an die Dunkelheit anzupassen. Zudem empfiehlt es sich, möglichst abgelegene, lichtarme Orte fernab der städtischen Lichtverschmutzung aufzusuchen.
Die Geminiden sind zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens am Himmel zu sehen, wobei die besten Beobachtungschancen in den frühen Morgenstunden liegen. Zu dieser Zeit befindet sich ihr Radiant, der scheinbare Ursprungspunkt der Sternschnuppen, hoch am Firmament. Dieser Punkt liegt im Sternbild Zwillinge (lateinisch: Gemini), wovon sich der Name des Meteorstroms ableitet. Während der Ausschau nach den Geminiden bietet sich gleichzeitig die Gelegenheit, die prächtigen Wintersterne zu bewundern. Das Sternbild Zwillinge ist leicht an seinen hellen Sternen Pollux und Kastor zu erkennen. Pollux, ein Roter Riese am Ende seines Lebenszyklus, dessen Wasserstoffvorrat im Kern bereits verbraucht ist, bildet zusammen mit Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund und Prokyon im Kleinen Hund das markante Wintersechseck. Sein rötliches Leuchten bildet einen schönen Kontrast zum weißen Licht des Nachbarsterns Kastor.
Auch um die Weihnachtszeit herum besteht die Möglichkeit, Sternschnuppen zu beobachten. Zwischen dem 17. und 26. Dezember zeigen sich vereinzelte Meteore der Ursiden. Ihr Maximum erreichen sie am Morgen des 22. Dezembers, wobei ihr Radiant im Sternbild Kleiner Bär, nahe dem Polarstern, liegt. Diese Meteore sind die ganze Nacht hindurch sichtbar, allerdings ist die Anzahl mit etwa zehn bis 20 Sternschnuppen pro Stunde deutlich geringer als bei den Geminiden. Wer sich einen Neujahrswunsch erfüllen möchte, kann auf die Quadrantiden warten. Obwohl dieser Meteorstrom sein Maximum erst in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar erreicht, sorgen bereits zum Jahreswechsel einige Leuchtspuren für einen schönen Himmelsanblick. Leider wird der zunehmende Mond in diesem Jahr das Schauspiel mit seinem hellen Licht etwas trüben.
Zusammenfassend bietet der Dezember ein reichhaltiges Programm für Sternengucker. Ob die spektakulären Geminiden mit bis zu 150 Meteoren pro Stunde, die dezenteren Ursiden oder die Neujahrs-Quadrantiden – der Winterhimmel lädt dazu ein, die Magie der verglühenden Staubteilchen zu erleben. Mit etwas Vorbereitung und dem Blick gen Himmel lassen sich diese faszinierenden astronomischen Ereignisse optimal genießen.